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 Betreff des Beitrags: Wie berechnet man eine Verlosung?
BeitragVerfasst: Mi Sep 23, 2009 11:06 am 

Registriert: Do Aug 06, 2009 12:17 am
Beiträge: 532
Auch eine Frage die uns in dieser oder ähnlicher Form häufig gestellt wird:

Zitat:
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mir mit großem Intresse diese Verlosung angeschaut und auch alles durch gelesen, unter anderem auch die FAQ. In den FAQ steht das dieses Grundstück auf ca. 435000,- geschätzt wurde. Wenn man aber den Preis von 65,- und 8999 Lose nimmt, ist der Wert fast 585000,- was wird mit der diff. von 150000,- gemacht. Mir ist schon bewusst das Kosten für den Notar und ähnliches dazu kommt aber in dieser Höhe? Da sie in ihren Texten über rückhaltlose Information schreiben, hätte ich gern eine Antwort auf diese Fragen. Mit freundlichen Grüßen XXXX


Bleiben wir gleich bei diesem Beispiel:

Ausgangsbetrag: € 435.000,-
Verkaufsnebenkosten: ca € 43.500,-
Werbung: ca. € 30.000 bis 50.000,-
Zahlungsabwicklungskosten: ca. 53.000,-
Der Rest ist unser "Verdienst" für mehrere Monate intensiver Arbeit!

Verkaufsnebenkosten:
Hier fallen neben Notars und Vertragserrichtungskosten vor allem Grunderwerbssteuer, Grundbucheintragungskosten etc. an. Zum überwiegenden Teil sind dies Kosten welche bei einem regulären Verkauf der Käufer (also der Gewinner!) bezahlen müsste. Da aber unsere Preise ohne jedweden Nebenkosten für den Gewinner übergeben werden, müssen diese Kosten in den Betrag eingerechnet werden.

Werbung:
Noch ist es bei Hausverlosungen so, dass man einen unverschämt hohen Werbeaufwand treiben muss um das Angebot in das Bewusstsein möglicher Teilnehmer zu tragen. Wer ein ganz klein wenig Ahnung davon hat, was ein halbwegs gutes Inserat, oder Banner, oder Onlinewerbung kostet, weiss, dass diese Beträge EXTREM(!) "knausrig" bemessen sind. Die "berühmt" gewordene Verlosung von Dr. Gibler hatte ein Budget von angeblich deutlich über 250.000,- € (!) nur für TV-Werbung alleine!
Eigentlich ist das alles Humbug, und könnte man sich sparen wenn jene die schon mitspielen intensiv die Mundpropaganda-Maschinerie anwerfen würden! Einfach möglichst vielen Freunden und Bekannten weitersagen, die gezielt einladen sich den wöchentlichen Lottoschein zu sparen und stattdessen lieber wo mitspielen wo es eine ernsthafte Gewinnchance gibt.... etc.
Leider geschieht das bislang noch nicht. Und wenn, dann nur in sehr geringem Ausmaß, - also müssen wir weiter Unsummen in Werbung ballern - und diese Summen müssen natürlich wieder hereingespielt werden!
In 2-3 Jahren (hoffentlich schon früher) wird es ebenso normal sein bei Hausverlosungen mitzuspielen wie es jetzt für Lotto ist. Die Laufzeiten der Verlosungen werden sich dadurch drastisch verringern, die Presse wird wohlwollender berichten, die Kalkulation wird sich zu Gunsten der Gewinnchancen verbessern... Alles durchaus eine Entwicklung die wir begrüßen würden. Bis dahin aber gilt leider: Wir müssen schauderhaft viel Geld in Werbung pumpen....

Zahlungsabwicklungskosten:
Wenn Sie heute ein Restaurant haben und dort Kreditkarten annehmen werden Sie eine Provision von 2-5% für den "Akzeptanzvertrag" bezahlen müssen. "Lotterien" gelten bei Banken als "High Risk" Business und da muss man schon ganz schön kämpfen um mit 10% durchzukommen. Kreditkarten und Payment-Optionen wie uKash ) schneiden sich also rund 10% aus den einlangenden Beträgen als Provision - wir sehen davon keinen Cent!
Natürlich kann man auch Paypal verwenden, oder die Bank anlügen - so wie das viele Anbieter in der Hoffnung tun nicht erwischt zu werden. Paypal sagt unter https://www.paypal.com/de/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/ua/use/index_frame-outside ganz deutlich dass dieser Verwendungszweck verboten ist. Das Gleiche gilt für Verträge mit den Banken: Wenn da steht "Für Restaurant" und dann wickelt einer Losverkäufe darüber ab, dann kann Paypal genauso wie die Bank die Gelder einfach beschlagnahmen! (Nicht "einfrieren" - Nein: "Beschlagnahmen!")
Kommt es zur Ziehung kann das den Teilnehmern wurscht sein, weil der Verloser ihrem bezahlten Los die vollen Gewinnchancen geben muss, auch wenn er das Geld dafür gar nicht bekommen hat. Aber im Rückabwicklungsfall? Woher soll der Verloser das Geld nehmen um es zurück zu überweisen, wenn die Bank es beschlagnahmt hat?! Wir sind übrigens derzeit die Einzigen die einen legalen (d.h. für genau diesen Zweck genehmigten!) "Akzeptanzvertrag" hat. Selbst Zahlungen mit Kreditkarte daher bei uns sicher sind - im Gegenzug müssen wir aber den finanziellen Aufwand der dadurch entsteht in unserer Kalkulation berücksichtigen. (was hoffentlich einleuchtet!)

Ich hoffe es war anhand dieses Beispiels möglich zu zeigen, wie extrem eng wir kalkulieren. Ein vermeintlicher "Gewinn" von 150.000 Euro schmiltzt in Windeseile auf ein paar tausend Euro zusammen, für die wir auch noch wirklich und ernsthaft und über viele Monate hart arbeiten müssen.
In anderen Worten: Eine Verlosung die mit weniger als 30-40% über dem Nettobetrag berechnet ist, MUSS förmlich scheitern, weil dann einfach nicht genug Geld für Werbung eingeplant ist.
Es ist noch ein langer Weg bis sich das überall herumgesprochen haben wird, aber wir haben da jede Menge Geduld! :-)

........und in der Zwischenzeit arbeiten wir weiter, bauen unsere Idee weiter aus, wachsen und gedeihen und werden (hoffentlich) auch irgendwann einmal anfangen können mit dieser Arbeit wirklich Geld zu verdienen.

Bis dahin, sind wir in einem hohen Mass von der Mundpropaganda abhängig die im Freundes- & Bekanntenkreis gemacht werden kann, von positiven/freundlichen Berichten in den Medien wo zumindest nicht ständig der alte Quargel wieder gekaut wird, dass die Teilnahme illegal sei, etc... und schließlich von innovativen Werbeideen um die Botschaft "unters Volk zu bringen".

_________________
Und wenn ich übers Wasser laufen könnte, würde es welche geben die sagen:
"Seht her! Nicht einmal schwimmen kann er!"

Anfang 2010 habe ich wegen massiver gesundheitlicher Probleme die Leitung von QUAEVS an meine Frau plus Assistenten/Geschäftsführer übergeben.
Man kann zu Recht sehr viel Böses über Lucie sagen, - das Scheitern dieses Projektes ist aber NICHT ihre Schuld.


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