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Rückabwicklungsgebühren
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Autor:  .Q. [ Sa Sep 05, 2009 10:39 am ]
Betreff des Beitrags:  Rückabwicklungsgebühren

Ich bin ja nicht gerade bekannt dafür mich vor "heiklen Themen" zu drücken, - daher hier gleich noch ein viel diskutiertes:
Die "Rückabwicklungsgebühr"

Vor einigen Monaten hatte ich Kontakt mit einem "honorigen Steuerberater auf einer Atlantik-Insel" der selber als "Profiverloser" auftreten möchte und der mir wortwörtlich sagte: "Ich verstehe die ganze Aufregung um die Rückabwicklungsgebühren nicht. Wer kann mir schon beweisen ob ich die Ziehung gemacht habe oder nicht?! Weshalb überhaupt etwas zurückzugeben?"
Der Mensch hat es mir anschließend ausgesprochen übel genommen, dass ich einfach absolut keinen Kontakt mehr mit ihm haben wollte.

Diese Einstellung ist aber gar nicht so selten, und daher hinkt die Hausverloserei auch arg hinter der bedeutung hinterher die sie längst am Markt haben könnte. Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Annahme sind die meisten Menschen wahrlich nicht doof und lassen sich eben nicht gerne verarschen!

Nicht viel besser als besagter Herr aus "Atlantis" sind die Typen die mit diesen Rückabwicklungsgebühren herumwerken.
Ich sage es mit aller Deutlichkeit: Es gibt nichts unseriöseres als eine Rückabwicklungsgebühr in dem Fall zu verrechnen in welchem man nicht genug Lose für seine Verlosung verkaufen konnte (oder wollte??) !

Das treuherzig strapazierte "Argument" -man habe schließlich "Kosten" ... die Werbung und überhaupt.... kotzt mich wegen seiner Verlogenheit geradezu an!

Nur mal um das klar zu stellen:

Jemand der sein Objekt verlost, tut dies weil er dadurch einen Erlös für dieses Objekt erzielen möchte, den er eben nicht einfach dadurch erzielen kann, dass er es am freien Markt verkauft.

Der "Lohn der Verlosung" (die fraglos viel Arbeit, Mühe und Kosten verursacht) ist also:
* TOP-Money für das Objekt +plus+
* sämtliche Spesen eingespielt (denn die sind immer mit in der Kalkulation drinnen.)

(Ob das Topmoney jetzt wirklich immer so gerechtfertigt ist, sei einmal dahingestellt - denn leider gibt es immer noch Einige die glauben sich schamlos auch beim Erlös bereichern zu können! Erst kürzlich wurde uns eine Wohnung mi einem "Real-Wert" - bei freundlichster Betrachtung - von 175.000 € angeboten für die der eigentümer über die verlosung knapp eine Mio (!) € erzielen wollte: "Argument": Ist doch egal, die Leute zahlen eh nur jeweils 99,- €!)

Also:
Der Verloser hat den unbestreitbaren Vorteil für sein Objekt im Erfolgsfall zumindest einen "fairen Marktwert" zu bekommen. Sagen wir: Ein Objekt, für das es in der derzeitigen Situation gerade mal 275.000,- € gäbe, bringt € 410.000,- ein. Wobei diese 410.000,- € durchaus einem eigentlich realistischen Marktwert in "normalen Marktsituationen" entspricht; - also gerechtfertigt ist.
Das ist aber ein "Lohn" von 50% (FÜNFZIG PROZENT!) selbst dann für den Verloser wenn er bei 410.000,- nur vermeiden kann einen Verlust gemacht zu haben!

Alles was auf dem Weg bis zu einer erfolgreichen Ziehung an Kosten anfällt wird ohnehin auf die 410.000,- noch aufgerechnet. Mit Augenmaß und Ziel und Verantwortungsbewusstsein wird da auch niemand etwas dagegen einzuwenden haben.

Gut:
So weit - so fair.

Wenn aber jetzt nicht genug Lose verkauft werden können, wer trägt dann daran die Schuld?
Die Teilnehmer die Lose gekauft haben?
oder
Der Verloser der eine Verlosung angefangen hat ohne einem sinnvollen Marketing-Konzept, ohne einem ausreichenden Budget um dieses zu finanzieren, ohne dem Willen oder der Zeit ein solches Konzept auch umzusetzen? (Und hier ist es völlig nebensächlich ob aus Ignoranz, Dummheit, Faulheit oder sogar böser Absicht! Der Effekt ist der Gleiche!)

Ist doch klar, dass ein Scheitern NUR und zwar AUSSCHLIESSLICH im Versagen des Verlosers liegt!

Wenn "A" scheitert kann er doch nicht "B" die Zeche dafür zahlen lassen wollen?!

Geht's gut hat "A" den Profit
Geht's schlecht hat "A" keinen Verlust sondern "nur" die Teilnehmer "B"?

Hallo?
Das ist SO absurd, dass ich mich immer wieder frage wie man darüber auch nur diskutieren kann!

Verloser will Erlös XY weil er mit dem was er von "normalen Käufern" derzeit bekommen kann nicht zufrieden wäre?
OK!
Dann soll der Verloser aber auch das kaufmännische Risiko eingehen um diesen Erlös zu erwirtschaften!
Ein PLUS in die eigene Tasche - ein MINUS aber fremden Taschen anhängen?
ABSURD!!!
Sorry!
Ein anderes Wort gibt es dafür nicht, ausser man griffe zu strafrechtlich behafteter Diktion!
(Wie z.B. "Betrug" - was mir da spontan dazu einfallen würde.)

Wer das was erforderlich ist um eine Verlosung erfolgreich über die Bühne zu bekommen nicht aufbringen kann oder will - soll die Finger von der Verlosung lassen und muss sich eben mit den "Brotkrumen" zufrieden geben die der freie Markt derzeit für ihn hat!

Aber in Summe denke ich dass es ohnehin eine ganze Reihe von Staatsanwälten gibt die nur darauf warten dass ein solcher Verloser einmal einen satten Schaden anrichtet wo es sich dann auch wirklich auszahlt "zuzuschlagen".
Den Gesamtschaden aus einem solchen Ereignis werden ALLE - also auch die seriösen & vernünftigen - Verloser tragen müssen, denn man kann vom Endverbraucher dann nicht erwarten, dass er "differenziert" und sagt: "OK - DIE waren zwar böse - aber das heisst nicht, dass die Anderen nicht korrekt sein könnten." .... dann wird es einfach nur heissen: "Die ganze Hausverloserei ist nichts weiter als eine Abzocke."

So gesehen kann man sich nur wundern warum die seriösen Hausverloser (es sind ohnehin herzlich wenige!) sich nicht mit aller Entschiedenheit gegen diese ganzen naiven wie böswilligen Halsabschneider abgrenzen. (denn, noch einmal: Da das Resultat von "naiv" wie von "kriminell" das gleiche ist, kann es auch in keinem unterschiedlichen Licht gesehen werden!)

Aber gut, das "Baby Hausverlosung" ist ja noch relativ jung, und diese ganzen "Geburtswehen" und "Zahnungsschmerzen" werden wir wohl aushalten müssen. Erst wenn das überstanden ist, wird es dazu kommen, dass die Hausverlosung den Platz am Markt bekommt, der ihr eigentlich theoretisch zustehen würde!

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