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Armer Herr Stiny.....
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Seite 1 von 2

Autor:  .Q. [ Mi Mär 10, 2010 7:24 pm ]
Betreff des Beitrags:  Armer Herr Stiny.....

Es gibt mal wieder News von der Rechtsfront, auch wenn die News gar nicht so "new" sind, weil es schon längst die Spatzen von allen (Medien)-Dächern pfeifen:
Die Staatsanwaltschaft geht dem Volker Stiny an den Kragen - und zwar auf eine meiner Meinung nach wirklich "fiese" Weise die man nur mit folgender Situation vergleichen kann:

Die Polizei stopt Sie während Sie gerade über eine Brücke fahren.
Fahrzeugkontrolle.
Papiere passen, Führerschein auch, Pannendreieck & Co ist auch da, Sie haben nichts getrunken, auch sonst nichts getan mit dem man Sie dran kriegen kann - und dann bekommen Sie ein "Knöllchen" für unerlaubtes Anhalten auf einer Brücke!

Aber lesen Sie selbst was der "Deutsche Glückspielpapst Dr. Bahr dazu schreibt.
Dr.Bahr hat geschrieben:
Internet-Hausverlosung: Betreiber von "winyourhome.de" wegen illegalem
Glücksspiel angeklagt
_____________________________________________________________

Wie mehrere Zeitungen übereinstimmend berichten, u.a. Die Süddeutsche,
[http://tinyurl.com/ygunjnd] ist der Betreiber des Hausverlosungs-Portals
"winyourhome.de" wegen des Veranstaltens eines illegalen Glücksspiels und
wegen Betruges in knapp 19.000 Fällen von der Staatsanwaltschaft München
angeklagt worden. Das strafrechtliche Verfahren beginnt vor dem LG München
am 15. März.

Wir hatten bereits im Januar 2009 in unserem Aufsatz "Hausverlosung in
Deutschland: Mit beiden Beinen im Gefängnis?" [http://tinyurl.com/lxo6ue]
auf die mehr als rechtlich bedenkliche Ausgestaltung der Hausverlosung
hingewiesen. Es gibt auch ein SWR-Radio-Interview mit RA Dr. Bahr
[http://tinyurl.com/l8fh3v] zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bei
Hausverlosungen.

Wenig später verbot auch das VG München (Beschl. v. 09.02.2009 - Az.: M 22 S.09
300) [http://tinyurl.com/nyhwh5] das Spiel. Der Betreiber zog daraufhin
nach Berlin um und führt seitdem in der Hauptstadt seine Verlosung durch.

Nun hat die Hausverlosung nicht nur verwaltungsrechtlich, sondern auch
strafrechtlich ein Nachspiel. Der Veranstalter wird nicht nur wegen der
Veranstaltung eines unerlaubtes Glücksspiels angeklagt, sondern zugleich auch
wegen Betruges in knapp 19.000 Fällen. Diese Wert ist die Anzahl der bisherigen
Mitspieler bei der Hausverlosung München.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Betreiber vor, mehr als 400.000,- EUR
eingenommen zu haben, obgleich er wusste, dass das Spiel behördlich verboten war
und somit keine Ausspielung stattfinden konnte. Anstatt den Gewinner zu
ermitteln und den Hauptpreis auszuschütten, habe "winyourhome.de" das gesamte
Geld für sich behalten.

Der Veranstalter weist sämtliche Vorwürfe zurück. Insbesondere den Vorwurf des
Betruges könne er nicht nachvollziehen. Denn wenn ihm amtlich eine weitere
Durchführung des Spiels verboten worden sei, wie solle er dann die Verlosung bis
zum Ende durchführen.


Bleibt nur zu hoffen, dass Herrn Stiny nicht doch noch der Atem ausgeht und er sich lange genug wehren kann um den deutschen Staat der mit seiner Vorgangsweise bei diesem Thema klar, deutlich und ganz unübersehbar absichtlich Europarecht verletzt in die Schranken zu weisen.
Man könnte der Versuchung erliegen ein Spendenkonto für diesen Volker Stiny einzurichten, damit ihm nicht die Kriegskasse am Ende doch noch leer wird.

Autor:  300 [ Fr Mär 12, 2010 8:39 am ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Ausser "SAUEREI!" fällt mir dazu nichts mehr ein.
:x

Autor:  wmp [ Mi Mär 17, 2010 7:41 am ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Sie haben es wirklich gemacht. Das Landgericht München befasst sich mit Stiny:


Betrug in 18 294 Fällen
16. März 2010, 04:00 Uhr

Ein Bankkaufmann steht vor Gericht, weil er im Internet sein Haus verlosen wollte

Vor dem Landgericht München hat gestern ein Aufsehen erregender Prozess um die Internet-Verlosung eines Einfamilienhauses im Münchner Umland begonnen. Angeklagt ist ein Bankkaufmann aus Berlin. Die Staatsanwaltschaft hält Volker S. des Betrugs in sage und schreibe 18 294 Fällen für schuldig. Zu Prozessauftakt hat der 53-Jährige die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. "Ich kann diese ganze Anklage nicht nachvollziehen. Ich wollte niemanden betrügen", sagte er gegenüber dem Vorsitzenden Richter Peter Noll.

Nach eigenen Angaben hatte S. sein Haus Anfang 2008 nicht verkaufen können. Im Ausland hatte er von Hausverlosungen gehört und Kontakt zu Fachanwälten in Deutschland aufgenommen, um mit ihnen einen Entwurf für ein Internetquiz zu entwickeln. Volker S. soll dann Ende 2008 ohne Genehmigung eine bundesweite Internetverlosung abgehalten haben. Auf der Internetseite winyourhome.de soll der Angeklagte sein Haus in der Nähe von München als Hauptgewinn in Aussicht gestellt haben, löste diesen jedoch nie ein. Im Vorfeld der Verlosung hatte der Mann vergeblich versucht, bei den zuständigen Behörden eine Erlaubnis zur Durchführung seines Glücksspiels zu erhalten. Weil die Genehmigung fehlte, erklärte der Kaufmann seine Verlosung laut Staatsanwaltschaft zum "Geschicklichkeitsspiel" und führte sie trotz des behördlichen Verbots durch. "Mein Mandant ist davon ausgegangen, dass es sich um ein Geschicklichkeitsspiel handelt und er keine Genehmigung braucht", sagte der Anwalt des Beschuldigten.

Entsprechend dem Spielkonzept sollten 48 000 Personen durch die Überweisung von 19 Euro an dem Spiel teilnehmen. Neben dem Haus, das zum Zeitpunkt der Verlosung mit einer Hypothek von rund 200 000 Euro belastet war, bot der Mann ein Auto als zweiten Preis und einige kleinere Geldgewinne. An dem Spiel beteiligten sich mehr als 18 000 Menschen, die die Gebühr teilweise mehrfach überwiesen, um ihre Chancen zu erhöhen. Zu einer tatsächlichen Verlosung und Auszahlung der Preise kam es laut Staatsanwaltschaft nie.

Der Angeklagte beteuert, dass es zu einer ordnungsgemäßen Vergabe aller Gewinne gekommen wäre, hätte man ihm die weitere Spieldurchführung nicht untersagt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wurden die Teilnehmer insgesamt um Einsätze in einer Höhe von fast 405 000 Euro gebracht.

S. ist laut eigenen Angaben nach wie vor fest davon überzeugt, dass er die Gewinne irgendwann entsprechend seinen Plänen überreichen kann. "Ich bemühe mich bis heute, das Spiel ordnungsgemäß zu Ende zu bringen", erklärte S. am ersten Verhandlungstag vor Gericht. Der Prozess wird am Donnerstag mit Zeugenanhörungen fortgesetzt.


Mir fehlen einfach die Worte. Wollen wir Herrn Stiny die Daumen drücken.

Autor:  Nemo [ Do Mär 18, 2010 6:48 pm ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

.Q. hat geschrieben:
Die Polizei stopt Sie während Sie gerade über eine Brücke fahren.
Fahrzeugkontrolle.
Papiere passen, Führerschein auch, Pannendreieck & Co ist auch da, Sie haben nichts getrunken, auch sonst nichts getan mit dem man Sie dran kriegen kann - und dann bekommen Sie ein "Knöllchen" für unerlaubtes Anhalten auf einer Brücke!

Ich habe mal gehört, dass es nur strafbar ist, wenn man vorher schon die Absicht hatte zu betrügen, das hatte aber Stiny wohl nicht.
Wenn man das konsequent weiter denkt, müssten die Staatsanwaltschaft wegen Betruges in 18.294 Fällen angezeigt werden, weil es da ja wohl genau dieser Vorsatz war als man dem Herrn S. die Verlosung untersagt hat und um die Konsequenzen wusste!
:twisted: :twisted: :twisted:

Autor:  Paul [ Do Mär 18, 2010 8:25 pm ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Nemo hat geschrieben:
Ich habe mal gehört, dass es nur strafbar ist, wenn man vorher schon die Absicht hatte zu betrügen, das hatte aber Stiny wohl nicht.
Ich weiß nicht, vielleicht ist wirklich was dran. So steht es seit kurzem in der Zeitung: http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/hausverlosung-bittere-klagen-opfer-gericht-679475.html

Das scheint wirklich Richtung tatäschlichen Betrug seitens Hr. Stirny zu gehen. Wegen einem Verstoß gegen das Glückspielgesetz macht man nicht so viel Aufwand mit Zeugen und so.

Auf alle würde ich mich von ihm distanzieren und ihn nicht mehr blind verteidigen... :(

Autor:  wmp [ Fr Mär 19, 2010 7:41 am ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Ich glaube nicht, dass das Gericht einen Unterschied macht zwischen "vorsäzlichen Betrug" und nur "Betrug". Hat höchsten etwas mit dem zu erwarteten Strafmass zu tun. Aber an diesem Beispiel zeigt es sich wieder, dass deutsch Staatsangehörige ganz schön unter Druck kommen, wenn diese ihr Haus verlosen wollen. Besser gleich eine LTD in einem europäischen Land und dann verlosen.
Bleibt für Stiny nur noch übrig, Daumen drücken.

Autor:  Nemo [ Fr Mär 19, 2010 9:27 am ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Paul hat geschrieben:
[Wegen einem Verstoß gegen das Glückspielgesetz macht man nicht so viel Aufwand mit Zeugen und so.

Auf alle würde ich mich von ihm distanzieren und ihn nicht mehr blind verteidigen... :(


Natürlich macht man nur wegen dem Schutz des Glückspielgesetzes so einen Aufwand!

Immerhin geht es hier darum MILLARDEN-PROFITE zu schützen!

Ist wohl der älteste und tief verwurzelte Irrglaube aller Zeiten: "Wenn einer angeklagt wird, wird schon was dran sein, sonst würde man ihn nicht anklagen."

Meine persönliche Meinung: Auf der anderen Seite der Richterbank sitzt in Form von Staatsanwälten und Richtern mehr kriminelle Energie versammelt als je davorstehend verurteilt wurde.

Der Artikel oben analysiert die Situation ja schon ziemlich gut.

Hier soll nur(?!) einer vom Staat fertig gemacht werden, sonst gar nichts!
Ein normaler Mensch mit dem wir uns solidarisch zeigen sollten.

Autor:  Chrissi [ Fr Mär 19, 2010 11:16 am ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Ich als Loskäufer erkläre mich selbstverständlich mit Stiny solidarisch. Auch die Verloser, egal ob Haus oder Boot sollten hier ihre Solidarität bekunden.

Autor:  Reto [ Sa Mär 20, 2010 10:08 am ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Stiny, halt die Ohren steif, schließe mich an beim Daumendrücken!

Autor:  .Q. [ Sa Mär 20, 2010 6:34 pm ]
Betreff des Beitrags:  Re: Armer Herr Stiny.....

Nemo hat geschrieben:

Immerhin geht es hier darum MILLARDEN-PROFITE zu schützen!

Ist wohl der älteste und tief verwurzelte Irrglaube aller Zeiten: "Wenn einer angeklagt wird, wird schon was dran sein, sonst würde man ihn nicht anklagen."

Meine persönliche Meinung: Auf der anderen Seite der Richterbank sitzt in Form von Staatsanwälten und Richtern mehr kriminelle Energie versammelt als je davorstehend verurteilt wurde.


:D :D :D :!: :idea: 8-)
[align=center]
YEAH!!!!!
Wie heisst es doch so schön? "Fürwahr, fürwahr! Herr Kapitän haben das vortrefflich auf den Punkt gebracht!"
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Vielleicht ein wenig radikal das so zu formulieren, aber ich würde auch sagen, dass wer heute noch an eine unabhängige oder gar "gerechte" Justiz glaubt, glaubt sicherlich auch an Christkind, Osterhasen, Nessie, und dass die Gebrüder Grimm Chronisten ihrer Zeit waren. :roll:

Hier geht es um Geld, viel Geld, und Interessen die eindeutig entgegen(!) jenen der Bevölkerung laufen und nur einigen wenigen Profiteuren dienen. Da wird ein "Exempel statuiert" damit gleich jedem anderen die Lust darauf vergeht, die Bundesrepublik vor den EUGH zu schleifen um diesem dauernden Rechtsbruch, Rechtsbeugung und vorsätzlichem Schädigen der Bevölkerung ein Ende zu machen.

Leider können Richter nicht für ihre Urteile in die Haftung genommen werden, sonst gäbe es da sicher einige die Nachts kein Auge mehr zu bekommen.
(Hier sieht die politisch aktive Hälfte in mir DRINGENDEN Änderungsbedarf!)

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