Glückspiel in D ist verboten.
Natürlich nur das von anderen Anbietern als den staatlich Lizenzierten.
Sonst wäre Deutschland diesbezüglich ja auch auf einer Stufe mit den Taliban

Deutschland verletzt damit nicht nur das eigene Grundrecht ("Vor dem Gesetz sind alle gleich") sondern auch Europarecht ...und im Grunde auch jeden demokratischen Anstand.
All das ist nicht unbedingt gerade neu. Bei all dem haben deutsche Regierungen eine lange "Tradition" (von der ich allerdings immer dachte, dass man sich dieser "Tradition" eigentlich schämt?)
Nachdem ja erst kürzlich die "gute alte 50 Cent Geringfügigkeitsgrenze" kaltblütig gekillt wurde, gibt es jetzt wieder ein neues Urteil aus Deutschlands "juristischem Absurditäten-Kabinett" (viel spannender aber nicht so gut besucht wie Madame Tussauds) wonach selbst ein KOSTENLOSES, GRATIS Angebot im eheren Kampf für die Privilegienritter der Lottogesellschaften nach Auffassung der Politbüttel "rechtswidrig" wäre.
Was ist passiert?bwin - das (zu Unrecht, wie wir alle wissen) aus dem deutschen Markt ausgeschlossen wird - hat ein GRATIS-Angebot ins Netz gestellt: free-bwin !
Eine kostenlose Online Poker-Schule (werde ich mir mal ansehen, ich habe ohnehin nicht wirklich eine Ahnung wie echtes Pokern so funktioniert)
Werbung für dieses Gratis-Angebot hat man im Stadion von Bayern München an den Banden beworben.
(DAS kostet bwin WIRKLICHES Geld und bringt Nämliches in die Kassen von Bayern München)
Das Gericht hat diese Werbung untersagt.
Ein Gericht in Bayern natürlich - wo anders wäre das bestenfalls noch in NRW denkbar, die haben da eine ähnlich massive Meise.
So wenig verwunderlich das ansich mal ist (was man sich von bayrischen Gerichten im Sinne von "Recht" erwarten darf ist hinlänglich bekannt) so fast schon bewundernswert ist die "Begründung" der Juristen. (So wie die sich winden und drehen können, sollten die beim Cirque du Soleil auftreten).
Bayern München hatte nämlich gegen die Untersagen dieser Werbung geklagt.
Nonanet: Die wollten sich diesen fetten Werbeauftrag nicht entgehen lassen.
Das Gericht hat aber befunden, dass - oh! ah! man höre und staune! - das wiewohl rechtmässige Gratis-Angebot deswegen doch nicht rechtmässig wäre, weil dahinter das durchaus kommerzielle Interesse von bwin stünde, auf diesem Umweg neue Spieler seinem kommerziellen Angebot (bwin ohne "free") zuzuführen.
Nein! Erschreckend! Wie können die es nur wagen?!
Das ist ja in der Tat eine erschütternde neue Erkenntnis, dass Gratis-Angebote zumindest insoferne ALLE auch einen kommerziellen Hintergedanken haben, und sei es nur dem Konsumenten das eigentliche Produkt auf diese Weise "zur Probe" vorzulegen.
Nur jemand der ein gutes Produkt hat - kann sich das leisten!(Denn bei einem schlechten Produkt würde der Konsument dann als Folge des Tests ja nicht kaufen!)
Ein Hersteller von Haar-Shampos der Proben verschenkt - tut dies, weil er von der Qualität seines Produktes überzeugt ist, und weiss, dass der Probierende nach dem Probieren auch davon überzeugt sein wird und über den folgenden Erwerb des Produktes die Kosten für die Gratisproben wieder amortisiert.
Man könnte es jetzt auch aus einem anderen Licht sehen:
Das Urteil der bayrischen Rechts-Muftis ist in Wirklichkeit eine Bestätigung für die Qualität des Angebotes von bwin (ohne free)!
Ich finde, man sollte immer etwas zurückhaltend mit Boykott-Aufrufen sein.
Aber langsam komme ich zu dem Schluss, dass gemessen an der Intensität mit welcher in Deutschland dem Konsumenten der Zugang zu (besseren!) Alternativen zum staatlichen Glückspiel-Monopol verweigert wird - der Aufruf zum Boykott angebracht wäre.
Letztlich ist es immer noch in der Macht der Konsumenten zu sagen:
"Schluss damit! Wir lassen uns nicht länger von Euch verarschen! Wenn Ihr uns nicht die freie Wahl lasst selber entscheiden zu dürfen wo wir wenn dann was spielen dürfen, dann beginnen wir mal damit dass wir bei Euch auch nicht mehr spielen!"Schliesslich dient der ganze deutsche Terror gegen Anbieter von Alternativen nur der Sicherung der etablierten Pfründe - also ist der einzige Weg auch beim Thema "Glückspiel" wieder für mehr echte Demokratie zu sorgen, der, den Lottobonzen die satten Einnahmen (für die im Gegenzug von denen ohnehin Nichts geboten wird!) wegzunehmen.
Dann würden sich die schnell darauf einstellen in einem offenen Markt gegen bessere Angebote (wie z.B. die Hausverlosung! *bigfatgrin*) anzutreten - statt ewig die Seilschaften aus willenloser Politik und Justiz zum Nachteil der Bevölkerung zu missbrauchen.

P.S.: Der (nüchterne) Bericht des Law-Blogs von Dr.Bahr ist hier:
http://www.gluecksspiel-und-recht.de/ur ... 90907.html