Die Bundesrepublik Deutschland hat offensichtlich keine Lust sich an die Gesetze und Vorgaben der EU zu halten.
Zumindest dort nicht wo es ihr nicht passt. Wie eben beim Thema "Glückspiel".
Schon vor Einführung des Glückspielstaatsvertrages hat die EU Deutschland unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass dieser gegen EU-Recht verstösst - was natürlich die Herrschaften Politiker einen Dreck interessiert hat.
Die Glückspiel-Lobby hat die Politik fest im Griff und die Politik hat die Justiz fest im Griff und so schliesst sich der Kreis.
Eine Lücke war bei all dem offen geblieben: Der "geringfügige Spieleinsatz" welcher bisher in der Judikatur mit 50 Cent oder weniger definiert war.
Die Veranstaltung eines Gewinnspiels war bislang nach zwei sehr einfachen (wiewohl - nochmals! - gesetzwidrigen!!) Kriterien definiert. Glückspiel lag demnach nur vor wenn die folgenden BEIDEN Kriterien erfüllt waren:
(a) Wenn der Spielausgang überwiegend vom Zufall abängt (wie weit man diese Definition als Richter zu Ungunsten der Bevölkerung verbiegen kann, haben die Richter im Fall Stiny deutlich gemacht.) UND
(b) Wenn der Spieleinsatz "erheblich" also mehr als 50 Cent pro Teilnahme betragen hat. (wie weit man diese Definition als Richter zu Ungunsten der Bevölkerung verbiegen kann, hat die Causa gegen tombo24.de gezeigt.)
Der Lottolobby war diese Regelung aber trotzdem von Anfang an ein Dorn im Auge, obwohl die 50 Cent-Regel ein Spiel für die Teilnehmer(!) schon uninteressant macht.
Begründung: Die mit der Verrechnung und dem Inkasso verbunden Kosten um 50 Cent einzuheben sind grösser als 50% des Bertrages. Wenn also pro Teilnahme beim Anbieter nur 25 Cent oder weniger ankommen - ist ja wohl klar wie sich das auf die Gewinnchancen auswirken muss.
Trotzdem: Die Glückspiel-Lobby will kein Fitzelchen von ihren sagenhaften Midas-Gewinnen abgeben, und duldet keinerlei wie immer geartete Konkurrenz.
(Hausverlosungen sowieso nicht, weil da hat der Teilnehmer ja noch wirklich eine echte Chance zu gewinnen! Ja wo gibts denn sowas?! Dass kann man doch nicht zulassen! Frechheit! Sauerei! Wo kommen wir denn da hin, wenn die Leute für ihre Einsätze auch noch die Chance haben sollen zu gewinnen?! Also nein, wirklich! Das geht doch gar nicht!)
Dass die Seilschaft
Glückspiel-Lobby => Politik => Justiz immer noch prächtig funktioniert zeigen einige jüngste Entscheidungen aus deutschen Commedy-Shows, pardon, Gerichten wie dies in einem Artikel von Dr.Bahr zusammengefasst ist, den es lohnt gelesen zu haben:
http://www.gluecksspiel-und-recht.de/50 ... boten.htmlEs geht nicht darum die Menschen jetzt alle zu zwingen bei Hausverlosungen oder ähnlichem mitzumachen - es geht ganz einfach um die Freiheit wählen zu dürfen!
Einer der Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaftsstruktur!
Und mit "Wahlfreiheit" ist sicherlich nicht gemeint, dass der Bürger zwischen den Farben der verschiedenen Flaggen wählen dürfen unter denen sich gleichermassen unfähige Politiker versammeln.
Wir wollen lediglich das unbehinderte Recht haben unser Konzept, das Konzept der Hausverlosung genau so unbehindert dem Konsumenten vorstellen zu dürfen wie das die Glückspiellobby darf.
Im Gegensatz zur Glückspiel-Lobby vertrauen wir jedoch auf die Klugheit der Menschen, die dann schon die "richtigen Entscheidungen" treffen werden.
